Vor- und Nachteile von Elektroautos – ein Überblick

Auf Deutschlands Straßen sind mehr als 61 Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs. Das Gros fährt mit Diesel oder Benzin – also auf Basis fossiler Brennstoffe. Elektroautos sind eine Minderheit. Wie gering deren Anteil (noch) ist, zeigen die Zahlen des Kraftfahrtbundesamts. Zum Jahreswechsel verzeichnete die Statistik im Bestand gerade einmal 25.000 reine E-Cars. Auf den ersten Blick ist die Elektromobilität eine klassische Nische. Wie viel Potenzial haben Elektrofahrzeuge? Hier hält das KBA einige Überraschungen bereit. Zwischen 2015 und 2016 kletterte der Bestand von knapp 19.000 Fahrzeuge auf die erwähnten 25.000 Stück.

Noch krasser der Unterschied, wenn man etwas weiter zurückschaut. 2008 fuhren gerade einmal rund 1.400 Halter in Deutschland mit Strom. Die Entwicklung zeigt steil nach oben. Im direkten Vergleich mit den anderen Antriebsarten, also:

  • Benzin
  • Diesel
  • Flüssiggas
  • Hybrid

erreichen E-Cars überdurchschnittliche Zuwachsraten. Kein Wunder, dass Elektrofahrzeuge als Autos der Zukunft gelten. Aber: Bisher ist die Skepsis bei den Verbrauchern groß. Dies liegt unter anderem an den Anschaffungskosten. Welche Vor- und Nachteile hat diese Art der Fortbewegung?

 

Elektroauto beim Laden


Abbildung 1: Elektroauto beim Aufladen – die Elektromobilität wird hierzulande stark gefördert und die Fahrzeuge weisen eine Reihe von Vorteilen auf – doch was ist sonst noch zu beachten?

Elektroautos – ein Überblick

Spätestens seit der ersten Ölkrise ist Autofahrern klar, dass die Fortbewegung mit Benzin und Diesel keine Dauerlösung sein kann. Zu dieser Erkenntnis trägt inzwischen auch der Umweltgedanke bei. Schließlich entstehen bei der Verbrennung CO-Gase und Stickoxide. Von der Feinstaubbelastung ganz zu schweigen.

Strom gilt als sauber Alternative. In den letzten Jahren hat die Automobilindustrie verschiedene Ansätze entwickelt, um Pkw sauberer zu machen. Neben den Elektroautos geht es um:

  • Hybridfahrzeuge
  • Brennstoffzellen
  • Solarmobile.

Betrachtet man die eingangs erwähnten Statistiken, sind es besonders Gas- und Hybridantriebe, die derzeit eine größere Rolle spielen.

Dennoch hält gerade die Politik an der Elektromobilität fest. In einem Aktionsplan hat sich der Bund beispielsweise sehr ehrgeizige Ziele gesetzt. Im Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung ist angedacht, bis 2030 etwa sechs Millionen E-Cars auf die Straße zu bringen. Teil dieses Plans ist das Elektromobilitätsgesetz (EmoG). Dessen Zielsetzung ist eine Förderung der Elektromobilität auf kommunaler Ebene.

Bislang ist die Wirkung verhalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickelt.

Vorteile der Elektromobilität

Warum setzen Politik und viele Umweltverbände so stark auf das Konzept des Elektroautos? Diese Frage ist in jedem Fall berechtigt. Eine erste Ahnung vermittelt der Blick auf die Vorzüge der E-Cars. Klarer Pluspunkt ist das emissionsfreie Fahren. Anders als ein Verbrennungsmotor stößt der Elektromotor keine Schadstoffe aus.

Parallel ergibt sich ein weiterer Vorteil. Elektrofahrzeuge sind wesentlich leiser als Autos mit Verbrennungsmotor. Das „geräuschlose“ Fahren kommt letztlich dem Halter und dessen Umwelt zugute – in Form fehlender Lärmbelastung. Auf der Haben-Seite verbucht das Elektroauto auch den Punkt für die Betriebskosten. Letztere sind – selbst in Anbetracht der Strompreise – immer noch niedriger als die Spritkosten. Elektroautos und deren Vorzüge werden die Menschen hierzulande in Zukunft sicherlich noch intensiver beschäftigen.

Vorteile E-Car – der Überblick:

  • keine Emission von Schadstoffen (Tank to Wheel)
  • geräuscharmes Fahren
  • niedrige Betriebskosten
  • hohe Wirkungsgrad des Motors
  • Nutzung erneuerbarer Energie möglich

Welche Nachteile haben heutige E-Cars?

Auf den ersten Blick scheinen die Vorteile bei den Elektrofahrzeugen zu überwiegen. Allerdings wäre es mehr als blauäugig, die Nachteile auszublenden. Bislang handelt es sich hier um eine Fahrzeugklasse, deren Entwicklungspotenzial nicht ausgeschöpft ist. Insofern verwundert es nicht, dass E-Cars noch unter einigen „Kinderkrankheiten“ leiden.

Erwähnt werden muss an diesem Punkt etwa die Tatsache, dass Elektrofahrzeuge nach wie vor eine nur begrenzte Reichweite besitzen. Bislang erreichen nur wenige Modelle eine mit dem Verbrennungsmotor vergleichbare Laufleistung.

Ein zweiter Punkt betrifft die Gesamtumweltbilanz. Letztere wird als Well to Wheel beschrieben. Diese setzt sich einerseits aus den Gewinnungs- und Verarbeitungskosten der Rohstoffe – aber auch den Fertigungskosten für die einzelnen Fahrzeugteile zusammen. An dieser Stelle ist beispielsweise die Herstellung der Batterien ein Faktor. Aber auch die Quelle des Stroms muss berücksichtigt werden.

Nachteile E-Car – der Überblick:

  • Energieverbrauch bei der Fertigung
  • Ressourcenverbrauch bei Stromherstellung
  • Laufleistung
  • hohe Kosten in der Anschaffung
  • Ladezeit der Akkus
  • Ausbau der Stromtankstellen

 

 

Elektromobilität

Abbildung 2: Wie wird sich die Elektromobilität hierzulande entwickeln? Nehmen die Verbraucher das Konzept bald vollständig an?

Fazit: Elektroautos haben noch ungenutztes Potenzial

Welche Umwelt wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Diese Frage steht auch beim Autofahren im Raum. E-Cars gelten als eine der Lösungen für die Zukunft. Wie stark sich die Politik darauf fokussiert, zeigen die Aktionspläne. Unbestritten ist, dass Elektroautos Vorzüge haben. Diese werden gerade im laufenden Betrieb deutlich. Allerdings ist inzwischen eines offensichtlich: E-Cars stellen uns vor verschiedene Probleme. Letztere werden Entwickler und Hersteller lösen müssen. Andernfalls werden auch Elektrofahrzeuge nur ein Kompromiss bleiben. Es muss darum gehen, die Autos zu einer nachhaltigen Alternative zum Verbrennungsmotor zu machen.


Bildquellen:


Abbildung 1: @ MikeBirdy (CC0-Lizenz)/ pixabay.com


Abbildung 2: @ Marketing-ASS (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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