KERS und die Formel 1

2009 hielt die Energierückgewinnung KERS Einzug in die Formel 1, doch wurde die Hybridtechnik längst nicht von allen beigeistert eingesetzt und entwickelt. BMW und Toyota wollten ganz vorne mit dabei sein, aber beide Hersteller machten im Rahmen ihrer Bemühungen schlechte Erfahrungen. Die Japaner setzen KERS nicht einmal im Rennen ein.

2010 einigten sich die Teams auf einen freiwilligen Verzicht der Hybridtechnik, dabei konnte man Kosten sparen. Anfang dieses Jahres war dieses System in die Formel 1 wieder Gesprächsstoff. Technische Schwierigkeiten erlebt man derzeit nur selten. Ausnahme ist Red Bull, wo – typisch Adrian Newey – ein ganz eigener Weg eingeschlagen wurde.

Jetzt hat sich dieses System in der Formel 1 etabliert, zukünftig soll es noch wichtiger werden. „Wir müssen das tun, was relevant ist. Relevant ist das, was die Öffentlichkeit sehen möchte“, bringt Williams-Technikchef Sam Michael seine Sicht der Dinge auf den Punkt. Er ist der Meinung, dass dies der richtige Schritt für 2014 .ist und die KERS-Leistung soll dann noch mehr erhöht werden.

„Die Formel 1 muss diese Vorreiterrolle einnehmen. Darin war sie schon immer gut. Man schaue sich nur die Entwicklung von Bremssystemen an. Oder das jüngste Beispiel: CFD. Aerodynamik spielt im Fahrzeugbau eine große Rolle, um Effizienz zu erlangen. Die Formel 1 hat CFD-Systeme enorm weitergebracht. Die Automobilhersteller hätten diese Entwicklungen nicht in dieser Form gemacht, nun profitieren aber alle davon“, sagt Michael.

Auch mit der Energierückgewinnung wird es sich so verhalten. „Das ist ein sehr weites Feld“, erklärt der Williams-Techniker. „Es geht nicht nur um Battieren, sondern auch um Schwungradtechnik und andere Möglichkeiten, zum Beispiel auch die Hitze der Abgase zu nutzen.“  Erfindergeist und Umweltbewusstsein sind die zwei richtigen Richtungen.

Doch es gibt auch viele Skeptiker, die dies nicht gerade umweltfreundlich betrachten. „Ein bisschen Abfall ist immer dabei“, winkt Michael ab. „Wenn wir es nicht ausprobieren, dann werden diese Systeme nie kleiner und leichter – jedenfalls längst nicht so schnell. Natürlich fallen dabei auch negative Dinge an, aber die sind zu vernachlässigen.“

„Wir gehen 2014 genau den richtigen Weg. KERS setzten wir aktuell nur 6,6 Sekunden pro Runde ein. Dann werden es aber bis zu 33 Sekunden pro Umlauf sein, wir werden insgesamt vier Megajoule speichern und abrufen können. Das ist ein erheblicher Schritt.“



Man erwartet sich dadurch auch mehr Action in der Formel 1. „Diese Systeme werden im Rennen als taktisches Mittel noch wichtiger“, sagt Michael.

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