Doch keine Lärmminderung durch Elektroautos?

Auch wenn die Elektrofahrzeuge noch nicht so oft auf unseren Straßen zu sehen sind, geredet wird viel darüber. Unteranderem auch deshalb, weil man den Lärm von der Straße wegbringen möchte. Doch so wie es aussieht wird mehr erwartet als es tatsächlich bringt.
Messungen und Modellrechnungen zeigen in einer Gesamtbetrachtung nur ein sehr begrenztes Lärmminderungspotenzial bei Elektroautos. Dies gilt jedoch nicht für alle Fahrzeuge, bei Mopeds und Motorräder konnte man eine deutliche Lärmentlastung feststellen. Auch Müllsammelfahrzeuge, ÖPNV-Busse und andere Nutzfahrzeuge, die ausschließlich innerorts bewegt werden und sehr häufig anfahren und wieder abbremsen, ist ein Elektroantrieb genau richtig.
Es ist ja auch kein Geheimnis, dass Lärm nervt, Lärm krank macht und Lärm sehr viele Menschen betrifft.  Laut einer Umfrage des Umweltbundesamtes fühlen sich mehr als die Hälfte der Bürger vom Straßenverkehrslärm belästigt. 13 Millionen von ihnen sind sogar Lärmpegeln oberhalb von 65/55 dB(A) tags/nachts ausgesetzt, die als potenziell gesundheitsgefährdend einzustufen sind.
Nun setzte man alle Hoffnungen in die Elektromobilität. Doch wie ist das wirklich?
1.    Grundsätzliches zur Akustik verschiedener Antriebskonzepte.
Beim Fahrzeug  mit klassischem Verbrennungsmotor wird das Antriebsgeräusch hauptsächlich durch den Motor selbst und durch die Gaswechselvorgänge im Ansaug- und Auspuffsystem verursacht. Dabei hängt das Antriebsgeräusch in erster Linie von der Drehzahl des Motors und der Motorlast ab, nimmt also z.B. bei starker Beschleunigung (,,Vollgas) und bei hochtouriger Fahrweise deutlich zu. Das Geräusch hat die größten Pegel bei tiefen Frequenzen unterhalb von 200 Hz. . Das Reifen-Fahrbahn-Geräusch entsteht beim Abrollen des Reifens auf der Straße und wird maßgeblich von der Beschaffenheit von Reifen und Fahrbahn beeinflusst. Es nimmt mit der Geschwindigkeit des Fahrzeugs  zu und hängt nicht von der Antriebsart ab, ist also z.B. bei der Dieselvariante eines Fahrzeugs genauso groß wie bei der Elektrovariante. Anders sieht es beim Antriebsgeräusch aus, das alle Geräuschquellen, die mit der Bereitstellung der Antriebskraft in Zusammenhang stehen, umfasst. Dazu zählen neben dem Motor auch die Ansaug- und Abgasanlage und Komponenten wie das Getriebe oder im Fall von Elektrofahrzeugen die Leistungselektronik. Die von Kraftfahrzeugen ausgehenden Geräusche bestehen hauptsächlich aus Reifen-Fahrbahn-Geräusch und Antriebsgeräusch.
2.    Neben den klassischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und reinen Elektrofahrzeugen gibt es sogenannte Hybridfahrzeuge, die beide Antriebe kombinieren. Solche Fahrzeuge besitzen sowohl einen Verbrennungs- als auch einen Elektromotor und damit grundsätzlich auch alle Geräuschquellen beider Antriebe. Gerade beim Anfahren weisen auch die Hybridfahrzeuge – bei angemessener Fahrweise – geringere Lärmemissionen auf als konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Abhängig vom jeweiligen Konzept der Hybridisierung (siehe Kasten) und vom Betriebszustand verhält sich ein Hybridfahrzeug akustisch eher wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor oder eher wie ein reines Elektrofahrzeug.

3.    Da ein Wechsel von einem klassischen Verbrennungsmotor hin zu einem teil- oder vollelektrischen Antrieb nur das Antriebsgeräusch mindern kann, nicht aber das Reifen-Fahrbahn-Geräusch, kann ein solcher Wechsel nur bei den Fahrzeugen und in den Betriebssituationen lärmmindernd wirken, wo das Antriebsgeräusch pegelbestimmend ist.



Quelle: auto-reporter.net

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