Der Elektro-Mazda 2

Für eine echte Überraschung hat Mazda jetzt auf seinem Firmengelände gesorgt, wo ein serienreif wirkender Kleinwagen mit Batteriebetrieb vorgeführt wurde. Die Basis für den Prototypen liefert der Mazda 2, der im Ursprungsland unter dem Namen Demio verkauft wird. Die angegebene Reichweite von 200 Kilometern für den kleinen Stromer klingt eher nach Wunschdenken als Tatsache, nachmessbar ist jedoch, dass die Installation des T-förmigen Batteriepakets unter der Rücksitzbank ohne jeden Einfluss auf die Kofferraumgröße geblieben ist.

Technische Daten will Programm-Manager Mitsuru Fujinaka noch nicht verraten, berichtete das Online-Portal auto.de. Dazu zählen die Leistung der Batterie oder deren Lieferanten. Dass sie von Sanyo stammt und damit gleicher Herkunft ist, wie die von Volkswagen verwendeten Akkus, ist ja auch nicht so wichtig. Und dass ihre Kapazität nicht weniger als 24 kWh beträgt, wie es beim Nissan Leaf der Fall ist, dürfte angesichts der Reichweiten-Ankündigung als gesichert gelten. Der Lithium-Ionen-Akku wird durch Luftkühlung auf Temperatur gehalten.

Rund 100 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Serien-Einsteigermodell des Mazda 2 bringt das E-Fahrzeug auf die Waage. Die Aufladung der Batterie kann über zwei verschiedene Anschlüsse erfolgen: Der eine ist für das allgemeine Stromnetz vorgesehen und befindet sich dort, wo herkömmliche Mazda-2-Modelle ihren Tankstutzen haben. Der andere Anschluss befindet sich links vorne und ist für Kraftstrom ausgelegt, mit dem der Akku nach einer halben Stunde wieder einsatzbereit ist, andernfalls dauert eine komplette Füllung der Batterie sieben bis acht Stunden.

Laut Mitsuru Fujinaka kam es bei der Entwicklung darauf an, dass auch ein Strom-Demio seinen Nutzern das bietet, was die Marketing-Strategen der Marke als „Zoom-Zoom-Fahrgefühl“ bezeichnen: zügige Beschleunigung, agiles Handling, leichte präzise Lenkung, sportlich-straffe Federung. Abgezählte Runden auf der firmeneigenen Teststrecke in Hiroshima konnte zumindest eines belegen: Flott ist er, der kleine Stromer, summt sich leise und ohne Durchhänger bis auf 100 km/h hoch, gewinnt beim Bremsen Energie zurück und scheint auch das Reichweiten-Versprechen zu erfüllen: Nachdem etliche Testfahrer wenigstens 50 Kilometer unter verschärften Bedingungen absolviert hatten, versprach die Reichweiten-Anzeige noch immer 94 Kilometer.



Der Einbau eines Sound-Generators ist aktuell nicht geplant. Auffälliger Unterschied zu anderen E-Mobilen ist die Tatsache, dass das Loslassen des Fahrpedals nicht zu einer spürbaren Verzögerung führt. Die Rekuperation erfolgt also unmerklich, denn die Ladeanzeige neigt sich bei Schubbetrieb sofort in den „grünen Bereich“.

Warum der in Hiroshima beheimatete Konzern, an dem Ford das größte Aktienpaket hält und der 1935 sein erstes Fahrzeug auf die Räder stellte, nicht die Tokyo Motor Show als Forum für die Vorstellung des Zukunftsmobils nutzte, bleibt dabei ein Rätsel. Schließlich wurde auf dem Mazda-Stand in Tokio nicht gerade ein Neuigkeiten-Feuerwerk abgebrannt.

So blieb es auch still um den nur von Mazda in einem Serienauto angebotenen Kreiskolben-Motor. Denn möglicherweise erlebt der Kreiskolben-Motor eine Renaissance: Dank seiner kompakten Bauweise gäbe er ein ideales Zusatzaggregat zur Stromerzeugung ab. Gerüchten zufolge soll Mazda – ähnlich wie Audi beim A1 e-tron – an einem sogenannten Range-Extender (Reichweiten-Verlängerer) arbeiten, bei dem ein Wankel-Motor die Batterie nachlädt. Würde der mit Wasserstoff betrieben, wäre das Auto trotz Verbrennungsmotor absolut emissionsfrei.

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