Continental Engineering Service: Das eigene Elektroauto

Mit der Realisierung eines Elektroauto-Versuchsträgers unterstreicht Continental Engineering Service, dass der internationale Automobilzulieferer den Trend zur Elektrifizierung des Autos erkannt hat. Bei dem in rund sechs Monaten bewerkstelligten Umbau eines Renault Meganes mit Verbrennungsmotor zum Elektrofahrzeug kommen rund 40 spezifische Komponenten zum Einsatz, die das Unternehmen inzwischen entwickelt hat. Der voll funktionsfähigen Technologieträger hat bereits über 10 000 Kilometer im öffentlichen Straßenverkehr zurückgelegt. Die Bandbreite der eingesetzten Technologien reicht vom Motor über den Akku und die Leistungselektronik bis hin zu neuartigen Anzeige- und Bedienkonzepten sowie der gesamten Peripherie für Antrieb und Aufladung des Energiespeichers.

Zum Kernstück des Elektro-Versuchsträgers zählt der Motor: Continental fertigt exklusiv in Großserie den sogenannten fremderregten Synchronmotor, der bereits in tausenden von Renault-E-Fahrzeugen im Einsatz ist. Der Motor leistet 70 kW/95 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 226 Newtonmeter. Damit beschleunigt der Prototyp in 11,9 Sekunden von Null auf 100. Während ein permanent erregter Synchronmotor über einen klassischen Magneten verfügt, der das für die Erzeugung von Energie unerläßliche Magnetfeld erzeugt, arbeiten die fremderregten Synchromotoren mit einem elektrisch generierten Magnetfeld. Diese Motoren haben unter anderem den Vorteil eines höheren Wirkungsgrades. Zudem entfällt bei der Herstellung die Verwendung Seltenen Erden. Für die Ladung der Lithium-Ionen-Batterie hat der Zulieferer ein neues System entwickelt, das für reine Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride gleichermaßen geeignet ist. Das Lithiumionen-Batteriesystem ist mit einer Flüssigkühlung versehen und wiegt 154 Kilogramm. Die Einheit sitzt in einem Sandwichboden unter den Sitzen. Innenraum, Gepäckraumvolumen und Variabilität des Renault bleiben unangetastet. Der Energiespeicher verfügt bei einer Nennspannung von 355 Volt eine Kapazität von 18 Kilowattstunden. Das ermöglicht eine Reichweite von maximal 150 Kilometern.

Mit einer neu entwickelten Verteilerbox gewährleistet der Anbieter, dass die Hochvolt-Verbraucher wie Lader, Umrichter oder Heizer sicheren Zugriff auf die Ladespannung haben. Gleichzeitig sichert und überwacht die Box alle Steckverbindungen und kann zeitweilig nicht benötigte Komponenten abschalten. Erweitert haben die Entwickler zudem den Funktionsumfang des Bremsen-Steuergeräts. Es kann nun aus der Gas- und Bremspedalstellung, dem Lenkwinkel, der Längs- und Querbeschleunigung das sicherste Zusammenspiel von Bremse und Bremsenergie-Rückgewinnung, der sogenannten Rekuperation, ermitteln. Die Rekuperation speist wertvolle Energie zurück in den Akku. Das neue integrierte Bremssystem unterstützt diesen Vorgang; es integriert die elektronische Stabilitätskontrolle und eine neuartige Bremsbetätigung in einer kompakten, gewichtssparenden Einheit.



Auch Anzeige- und Bedienkonzepte sind durchdacht. So kann das erste aktive Gaspedal bei abnehmendem Ladestand des Akkus einen immer stärkeren Gegendruck erzeugen. Das weist den Fahrer darauf hin, seine Fahrweise dem sinkenden Energieangebot anzupassen. Neu ist auch die Anzeige mit einem über zwölf Zoll großen LCD-Bildschirm. Der überflüssige Drehzahlmesser darf dabei wegfallen, Fahr- und Akkudaten, Navigationshinweise, Energiespartipps oder Hinweise auf die nächste Ladestation sind im Elektroauto wichtiger.

Selbst die Ladesteckdose hat Continental clever gestaltet – sie informiert über den aktuellen Status des Wagens: Mit weißer Beleuchtung ist sie auch im Dunklen gut zu finden, ein blinkender LED-Ring bezeugt den Ladevorgang und informiert farblich zwischen gelb und grün, wie weit dieser fortgeschritten ist.

Quelle: auto-presse.de

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