Ist der Opel Ampera Alltagstauglich – Unternehmen testen

Das Projekt Ruhrauto-e läuft nun schon ein Jahr, neben dem elektrischen Carsharing sind auch Unternehmer mit dem Opel Ampera unterwegs.

Gestartet hat man mit dem Projekt Mitte November 2012 zwischen Essen und Bottrop mit 20 Opel Ampera. Jetzt ein Jahr später kommen weitere Städte der Region dazu. Ebenfalls neu, andere Hersteller beteiligen sich auch am Ruhrauto-e. „Umweltschutz spielt in Essen eine große Rolle“, sagt Pressesprecher Volker Schlede von der Sparkasse Essen der Autogazette, „die Stadt möchte sich als grüne Hauptstadt Europas einen Namen machen. Das Projekt wird von den Unternehmen deshalb mit hoher Akzeptanz aufgenommen.“

So bekam auch die Sparkasse Essen einen Ampera. „Überraschend leise“, fand Heinz Allgut von der Abteilung Betriebstechnik und Hausdienste der Sparkasse, „man will starten, aber der Ampera ist schon an.“ Da er aber nur von einer Zweigstelle zur anderen fährt, wünscht er sich einen größeren Akku. Auch die Ladezeit sieht er als Problem. „Der Elektromotor müsste sich während der Fahrt aufladen und nicht nur beim Bremsen, wie ein Dynamo.“

Als „sinnhaftes Erlebnis ohne die Begleitmusik, die man erwartet“, findet Andreas Severin die Fahrt im Ampera, der zwischen 40 und 80 Kilometer rein elektrisch zurücklegen kann, ehe ein Benzinmotor sich einschaltet und als Generator fungiert. Der 53 Jahre alte Kommunikationsberater hat mit der Limousine 13.000 Kilometer in acht Monaten zurückgelegt und war froh, den so genannten Range Extender auf langen Strecken mit an Bord zu haben. „Das ist absolut das Konzept, nur so kann das funktionieren.“ Der Verbrauch liegt bei fünf und 6,5 Liter, außerdem findet er toll, dass das Auto als „Icebreaker“ dient. „Der Ampera fungierte bei neuen Kunden als ‚Icebreaker‘, da häufig über das Auto gesprochen wurde. Auch standen des Öfteren jüngere Männer um das Auto herum und stellten Fragen. Der Ampera verschafft eine neue soziale Dimension“, so Severin.

Einig sind sich der Unternehmer und die Vertreter der Sparkasse Essen aber über die Zukunft von Elektroautos. „Es war eine neue Erfahrung, aber ausgereift ist das noch nicht“, sagt Allgut. Wie Schlede moniert auch Severin die hohen Kosten, auch wenn Opel den Preis für den Ampera gleich um fast 8000 Euro gesenkt hat. „Ich bin nicht bereit, hohe Summen in ein solches Invest zu stecken“, so Severin. Außerdem fehlen nach wie vor „Kaufanreize“. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern lehnt die deutsche Regierung Incentives nach wie vor ab und sorgt auch deshalb für eine verhaltene Nachfrage nach E-Autos bei den Kunden, die trotz positiver Erfahrungen vor einer solchen Investition zurück schrecken. Auch die Ladeinfrastruktur ist noch lange nicht ausgereift.

„Derzeit sehen wir keine signifikanten Einsparungen, da in der Praxis die elektrische Reichweite und in Essen die Lademöglichkeiten zu gering ausfallen“, so Schlede, „der Ampera bleibt aber auf Beobachtung. In ein paar Jahren kann die Sache ganz anders aussehen.“ Um dem eigenen Anspruch des Unternehmens und dem der Stadt Essen hinsichtlich des Umweltschutzes zu erfüllen, werden im kommenden Jahr Erdgasfahrzeuge angeschafft.

Wie man sieht, das Zeitalter der Elektromobilität ist noch nicht da und eines steht fest, nur die Unternehmen werden sich durchsetzen, die das richtige Konzept haben.



Quelle: autogazette.de

Be Sociable, Share!
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.