Car-Sharing als Wegbereiter für Elektromobilität

Car-Sharing entwickelt sich zu einem Wegbereiter für Elektromobilität im urbanen Verkehrsgeschehen. Bereits 2013 hat jeder zweite befragte Nutzer der untersuchten Car-Sharing-Angebote DriveNow und Flinkster Erfahrungen mit einem Elektrofahrzeug gesammelt. Dies ist ein erstes Zwischenergebnis des Forschungsprojekts „WiMobil“. Viele Car-Sharing-Nutzer entscheiden sich vor allem ganz bewusst für rein elektrische und damit lokal emissionsfreie Mobilität. Für sie ist wichtig, dass das Fahrzeug einen ökologischen Vorteil bietet, aber auch die innovative Antriebstechnik und das attraktive Fahrerlebnis sind wichtige Kriterien. Die Reichweite ist jedoch selten bis nie ein Problem.

Anhand der bisherigen Nutzungsdaten wird ersichtlich, dass Elektrofahrzeuge bislang etwa ähnlich häufig gebucht werden wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Sowohl in München als auch in Berlin fällt auf, dass die mit dem Elektrofahrzeug zurückgelegten Strecken tendenziell etwas kürzer ausfallen als bei konventionellen Modellen. Darüber hinaus gibt es jedoch keine weiteren signifikanten Unterschiede in der Nutzung.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „WiMobil“ wurden zwischen Juli 2013 und März 2014 1.600 DriveNow-Nutzer sowie 227 Flinkster-Nutzer online befragt. Zusätzlich wurde das Mobilitätsverhalten von 200 Personen mit Hilfe einer Smartphone-App aufgezeichnet und ausgewertet. Die Befragungen und das passive GPS-Tracking der Flinkster-Kunden sind inzwischen abgeschlossen und werden gerade abschließend ausgewertet. Dabei wird die Frage nach der verkehrlichen Wirkung des Car-Sharings sowie der Zusammenhang zwischen objektiv gemessenem und subjektiv empfundenem Mobilitätsverhalten untersucht. Im Rahmen der zweiten Erhebungswelle von WiMobil werden von September 2014 bis März 2015 weitere empirische Daten erhoben sowie Fragestellungen zum Parken und Laden von E-Car-Sharing-Fahrzeugen thematisiert. Belastbare Ergebnisse zu verkehrlichen und ökologischen Wirkungen in Großstädten sowie zu den Rahmenbedingungen für Elektro-Car-Sharing werden nach Abschluss der Forschung vorgestellt.

An der Studie sind neben den beiden Unternehmen auch die Universität der Bundeswehr in München und das Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin und die Landeshauptstadt München beteiligt. Insbesondere das Engagement der Städte spielt für den Erfolg von Elektro-Car-Sharing eine wesentliche Rolle, da dort schlussendlich die lokalen Rahmenbedingungen festgelegt werden.



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