Autogas – Wann lohnt sich die Umrüstung?

Wer beim Besuch einer Tankstelle einen Blick auf die Preisschilder wirft, dem fällt auf, dass unter den Daten für Diesel, Benzin und Super häufig noch eine weitere Angabe auftaucht: die für Autogas (LPG). Und da steht vor dem Komma eine Null (!). Der Preis beträgt nur ungefähr die Hälfte dessen, was bei Super-Benzin zu zahlen ist. Wer mit Autogas unterwegs ist, fährt also deutlich günstiger. Zudem stoßen diese Fahrzeuge ca. 15 % weniger CO² aus. Einige Hersteller bieten inzwischen Neufahrzeuge an, die entsprechend ausgestattet sind. Für viele Autobesitzer kann es aber auch interessant sein, ihr Fahrzeug entsprechend nachzurüsten. Entsprechend beliebt ist seit einiger Zeit die Umrüstung auch geworden.

Theoretisch ist das für Ottomotoren wie auch für Dieselfahrzeuge möglich, praktisch allerdings nur für Erstere sinnvoll. Bei einem Benzinmotor muss lediglich eine zusätzliche Leitung für die Gaszufuhr installiert werden. Die Zündung im Verbrennungsraum erfolgt auf gleiche Weise wie beim normalen Ottomotor. Bei einem Dieselfahrzeug müsste hingegen eine andere Zündung eingebaut werden, wodurch das Ganze deutlich teurer würde. Da Dieselfahrzeuge aber sowieso schon weniger verbrauchen und mit günstigerem Kraftstoff fahren, rechnet sich eine Umrüstung nicht.

Die meisten Benzinmotoren kommen mit Autogas gut klar – aber nicht alle. Beim Fahren entstehen im Verbrennungsraum deutlich höhere Temperaturen. Wenn die Ventile oder Ventilsitze zu weich sind, kann es zu Kompressionsdruckverlust oder zu einem Durchbrennen der Ventile kommen. Lösen lässt sich dieses Problem durch den Einbau verschleißfester Ventile und Ventilsitze, was jedoch die Umrüstung verteuert. Die Verwendung von Additiv-Systemen, die für zusätzliche Schmierung und Kühlung sorgen, ist zwar billiger, ihre zuverlässige Wirkung wurde bisher aber nicht unabhängig nachgewiesen. Vor einem Umbau sollte man eine entsprechend qualifizierte Fachwerkstatt suchen und gut beraten lassen, ob das jeweilige Fahrzeug dafür tatsächlich geeignet ist.

Die Kosten für die Umrüstung eines Gebrauchtwagens auf Autogas liegen je nach Modell zwischen 1.800 und 3.500 Euro. Ob sich das lohnt, hängt einerseits vom jeweiligen Modell und andererseits von der eigenen Fahrzeugnutzung ab.

Ein Beispiel: Beim VW Touran mit 1,6 Liter Hubraum kostet die Umrüstung (incl. TÜV-Abnahme) ca. 2.400 Euro. Der Verbrauch des Mini-Vans liegt beim Betrieb mit Benzinmotor im Schnitt bei 8,0l pro 100 km, wofür man aktuell 12 EUR bezahlt (1,50 EUR/l). Aufgrund der geringeren Energiedichte verbraucht man für die gleiche Strecke 9,6l Autogas, bezahlt dafür aber nur 7,01 EUR (0,73 EUR/l). Theoretisch hat man also nach ca. 48.000 Kilometern die Kosten wieder rein gefahren. Diese Berechnung berücksichtigt allerdings nicht, dass sich der Gasantrieb immer erst ab einer bestimmten Betriebstemperatur einschaltet. Wer also viele Kurzstrecken fährt und im Winter keine Garage hat, wird einige Kilometer mehr fahren müssen, bis sich seine Investition rechnet. Wer selbst nachrechnen möchte, ob es sich für den eigenen Wagen lohnt, kann das unter www.amortisationsrechner.de tun.

Eine Umrüstung auf Autogas rechnet sich vor allem für Pkw’s mit hohem Benzinverbrauch und für Leute, die viel fahren. Für die Umwelt rechnet es sich immer.

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